Unser Mond ohne Namen?

Der Mond hat in der Tat keinen spezifischen Eigennamen, wie beispielsweise die Planeten unseres Sonnensystems, weil er für die Menschen in der Antike schlichtweg „der Mond“ war – das einzige bekannte Himmelsobjekt dieser Art. Es gibt jedoch einige interessante Hintergründe, warum dies so ist:

Einzigartigkeit in der Antike

In der frühen Menschheitsgeschichte war der Mond das einzige sichtbare Objekt seiner Art. Es gab keine Notwendigkeit, ihn von anderen Monden zu unterscheiden, da die Menschen nicht wussten, dass andere Planeten ebenfalls Monde besitzen. Deshalb wurde er einfach „Mond“ genannt, was sich von dem altgermanischen *mānod* oder *māna* ableitet und auf die indogermanische Wurzel *me-* (messen) zurückgeht, da der Mond eine zentrale Rolle bei der Zeitmessung spielte.

Vergleich zu den Planeten

Die Planeten erhielten Eigennamen von alten Kulturen wie den Griechen und Römern, die sie nach ihren Göttern benannten (z. B. Mars, Venus, Jupiter). Der Mond wurde jedoch nicht als „Planet“ betrachtet, sondern als Himmelskörper mit einer besonderen Beziehung zur Erde.

Andere Kulturen geben dem Mond Namen

Obwohl der Mond keinen offiziellen Namen wie die Planeten hat, wurde er in verschiedenen Kulturen mit Namen und mythologischen Figuren verbunden:

  • Griechische Mythologie: Der Mond wurde oft mit der Göttin *Selene* oder *Artemis* assoziiert.

  • Römische Mythologie: Er wurde mit *Luna* in Verbindung gebracht.

  • Hinduismus: Der Mond wird als *Chandra* bezeichnet.

  • Nordische Mythologie: Der Mond wird *Máni* genannt.

Diese Namen sind jedoch meist metaphorisch und nicht universell anerkannt.

Moderne Astronomie

Als die Wissenschaft andere Monde um Planeten wie Jupiter und Saturn entdeckte, erhielten diese spezifische Namen (z. B. Io, Europa, Titan). Unser Mond blieb jedoch „der Mond“, weil er der erste bekannte Himmelskörper dieser Art war und bereits fest in unserer Sprache verankert war.

Wissenschaftliche Bezeichnung

In wissenschaftlichen Kontexten wird der Mond manchmal als „Luna“ bezeichnet (vom lateinischen Wort für Mond), besonders in Raumfahrt und Astronomie, um ihn von anderen Monden zu unterscheiden.

Kurz gesagt

Der Mond hat keinen Eigennamen, weil er für die Menschheit immer „der“ Mond war – einzigartig und vertraut. Während andere Monde Namen erhielten, blieb unser Mond der ursprüngliche Namensgeber für alle Himmelskörper dieser Art. In der Mythologie und Poesie finden sich jedoch viele symbolische Namen, die seine Bedeutung in verschiedenen Kulturen widerspiegeln.

Doch gibt es traditionelle Bezeichnungen für den Vollmond. Wenn schon, denn schon:

Die traditionellen Namen der Vollmonde stammen aus verschiedenen Kulturen, insbesondere aus den indigenen Stämmen Nordamerikas, europäischen Traditionen und anderen Quellen. Jeder Vollmond hat einen spezifischen Namen, der oft mit den natürlichen Zyklen, Jahreszeiten und dem Lebensrhythmus verbunden ist. Hier eine Übersicht der gängigen Vollmondnamen und deren Bedeutungen:

Januar: Wolfsmond

Bedeutung: Der Name stammt von den heulenden Wölfen, die in kalten, schneereichen Winternächten auf Nahrungssuche waren.

Alternative Namen: Eismond, Alter Mond.

Februar: Schneemond

Bedeutung: Benannt nach den starken Schneefällen, die in diesem Monat in vielen Regionen häufig vorkommen.

Alternative Namen: Hunger-Mond (aufgrund der knappen Nahrung im Winter).

März: Wurmmond

Bedeutung: Der Boden taut auf, und Regenwürmer kommen an die Oberfläche, was die Rückkehr des Frühlings signalisiert.

Alternative Namen: Krähenmond, Saftmond (für das Anzapfen von Ahornbäumen).

April: Pinker Mond

Bedeutung: Benannt nach der rosa Blume *Phlox*, die zu dieser Zeit in Nordamerika blüht.

Alternative Namen: Ostermond, Sprießender-Gras-Mond.

Mai: Blumenmond

- Bedeutung: Ein Hinweis auf die Blütenpracht des Frühlings.

- Alternative Namen: Milchmond, Pflanzmond.

Juni: Erdbeermond

Bedeutung: Benannt nach der Zeit der Erdbeerernte in Nordamerika.

Alternative Namen: Rosenmond, Heumond.

Juli: Bockmond

Bedeutung: Im Juli wachsen den Böcken (männlichen Hirschen) neue Geweihe.

Alternative Namen: Donnermond (aufgrund von Sommergewittern), Heumond.

August: Störmond

Bedeutung: Der Stör (ein Fisch) war in den Großen Seen und anderen Gewässern besonders gut zu fangen.

Alternative Namen: Getreidemond, Roter Mond (wegen des oft rötlichen Schimmers am Himmel).

September: Erntemond

Bedeutung: Dieser Vollmond fällt oft nahe zur Herbst-Tagundnachtgleiche und beleuchtet den Bauern die Felder, während sie ihre Ernte einbringen.

Alternative Namen: Maismond.

Oktober: Jägermond

Bedeutung: Traditionell wurde dieser Mond mit der Jagd in Verbindung gebracht, da die Tiere gut genährt und leichter sichtbar waren.

Alternative Namen: Blutmond.

November: Bibermond

Bedeutung: Die Zeit, in der Biber aktiv Dämme bauen, bevor die Gewässer zufrieren.

Alternative Namen: Frostmond.

Dezember: Kalter Mond

Bedeutung: Der Winter hat in vielen Regionen seine volle Stärke erreicht.

Alternative Namen: Langer-Nacht-Mond.

Zusätzlicher Vollmond: Blauer Mond

Bedeutung: Wenn in einem Monat zwei Vollmonde auftreten, wird der zweite als „Blauer Mond“ bezeichnet. Er ist selten, daher der Ausdruck „Once in a blue moon“.

Diese Namen variieren je nach Region und Tradition. Sie spiegeln jedoch universelle Themen wider: die Natur, die Jahreszeiten und das Leben.

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